Ursachen: Wie entsteht ein seborrhoisches Ekzem?
Die genaue Ursache des seborrhoischen Ekzems ist bis heute nicht gänzlich geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass es sich um ein Zusammenspiel von überschießender Taldrüsenproduktion der Haut und einer damit einhergehenden Überbesiedlung von Hefepilzen der Gattung Malassezia handelt. Diese Pilze sind in begrenzter Menge etwas ganz Normales auf unserer Haut: Sie gehören zur gesunden Hautflora dazu. Die darauffolgende Reaktion des Immunsystems führt zu einer Entzündungsreaktion – einer Dermatitis – in der Haut.
Das Klima und unsere psychische Verfassung haben auch einen Einfluss auf die Entstehung des Ekzems. Moderate Sonnenexposition wirkt sich gut auf die Dermatitis aus, wobei Stress die Erkrankung begünstigt.
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Das seborrhoische Ekzem kann selten mit immunschwächenden Erkrankungen, wie beispielswese einer HIV-Infektion assoziiert sein.
Prävention und Therapie: Seborrhoisches Ekzem behandeln
Prävention: Seborrhoischem Ekzem vorbeugen
Da der Entstehungsmechanismus des seborrhoischen Ekzems noch nicht vollständig erforscht ist, gibt es nur wenige konkreten Maßnahmen, die der Entstehung dieser Dermatitis vorbeugen. Hierzu gehört z.B. die Meidung von Stress, welcher als Trigger-Faktor gilt. Auch eine moderate Sonnenexposition wirkt sich positiv auf die Symptome aus.
Behandlung: Juckreiz stoppen
Bei dem seborrhoischen Ekzem handelt es sich um eine chronische Erkrankung, d.h. es ist keine Heilung möglich, aber mit einer Therapie kann das Ekzem in der Regel gut behandelt werden und es gibt lange symptomfreie Intervalle.
Eine wahrscheinlich für viele nicht neue Information ist, dass ein gesunder Lebensstiel mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Aufenthalt an der frischen Luft und in der Sonne und eine angemessene Körperhygiene symptomlindernd wirken kann.
Zur Behandlung des Ekzems kann der Arzt antimykotische Cremes und Salben verschreiben, z.B. aus der Gruppe der Azole. Diese wirken gegen den Pilz der Gattung Malassezia. Bei sehr starken Symptomen können auch oral eingenommene Pilz-Medikamente nötig sein. Zur Linderung der Entzündungsreaktion in der Haut, der Dermatitis, tragen glukokortikoidhaltige Salben bei. Das häufig auftretende seborrhoische Ekzem der Kopfhaut wird mit speziellen Shampoos behandelt.
Dr. med. Karoline Jungclaus empfiehlt: Das hilft beim sebohorrhoischen Ekzem wirklich
Die am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf praktizierende Dermatologin Dr. med. Jungclaus erklärt, was ihren Patient:innen wirklich geholfen hat.
- Ich erkläre meinen Patient:innen, dass Sie bitte KEINE fettenden Cremes und Shampoos verwenden sollen, auch wenn man bei „Schuppen“ oft an trockene Haut denkt.
- Stattdessen sind eher austrocknende Produkte wegen der fettigen Schuppung das Richtige.
- Längerfristig setze ich Externa mit Anti-Pilz-Wirkstoffen und im akuten Schub kurzzeitig (!) Kortison ein.
- In den Sommermonaten ist das seborrhoische Ekzem häufig deutlich besser, aber manchmal kann es auch zur Verschlechterung durch Sonne kommen. Daher empfehle ich, sich mit einer nicht zu fettigen Sonnencreme immer gut zu schützen.

„Das seborrhoische Ekzem ist zwar hartnäckig, aber mit einem mit dem Hautarzt/der Hautärztin gemeinsam gut erarbeiteten Therapiekonzept aus Basis- und Akuttherapeutika können die Patient:innen die Erkrankung gut in den Griff bekommen.“
-Dr. med. Karoline Jungclaus
Seborrhoisches Ekzem: Sonderformen und Begleiterkrankungen
Eine für junge Eltern interessante Information: Das relativ häufig vorkommende infantile seborrhoische Ekzem bei Säuglingen, auch Kopfgneis genannt, heilt meist innerhalb kurzer Zeit folgenlos ab. Hierbei handelt es sich um ein gelblich schuppendes teils stärker verkrustendes Ekzem der Säuglingskopfhaut. Dies tritt bereits kurz nach der Geburt auf.
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Bei Säuglingen gibt es zwei Erkrankungen, die in Form einer schuppenden und/oder krustigen Kopfhaut auftreten und daher leicht verwechselt werden können:
Das infantile seborrhoische Ekzem der Kopfhaut (Kopfgneis), und die frühe Ausprägung einer Neurodermitis der sogenannte Milchschorf. Das Auftreten beider Erkrankungen beim Säugling bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sie diese Erkrankungen auch im Kindes- und Erwachsenenalter beibehalten.