Ursachen: Wie entsteht eine Sonnenallergie?
Warum genau das Sonnenlicht im Frühjahr, auf der bis dahin noch weitgehend sonnenunberührte Haut zu einer Lichtdermatose führt, ist noch unklar. Die umgangssprachliche Bezeichnung „Sonnenallergie“ beschreibt jedoch bereits die vermutete Ursache – dass es sich um eine allergische Reaktion handelt. Die nachweisbare Veränderung in der Haut ähnelt der einer allergischen Reaktion. Vermutlich ist es eine Allergie gegen Stoffe, die in der Haut produziert werden, nachdem diese von der Sonne bestrahlt wurde.
Symptome: Wie äußert sich eine Sonnenallergie?
Die Symptome der polymorphen Lichtdermatose treten einige Stunden bis Tage nach der ersten UV-Exposition im Frühjahr oder im Urlaub auf. Die Form des Ausschlags ist, wie in der Definition erwähnt, sehr unterschiedlich, wenn wir unterschiedliche Menschen vergleichen. Dein Sonnenallergie-Ausschlag sieht also nicht unbedingt so aus, wie der Deines Liegen-Nachbarn am Strand. Die Hautveränderung beschränkt sich jedoch bei allen auf die UV-Licht-exponierten Areale der Haut – überwiegend das Gesicht, das Dekolleté, die Unterarme und Hände. Es treten stark juckende, rötliche, größer oder kleiner fleckige Hautausschläge auf. Diese können erhaben oder flach sein, mit kleinen flüssigkeitsgefüllten Bläschen, oder einfach nur erhabenen Knötchen darauf.
Bei derselben Person sieht der wiederkehrende Ausschlag im Frühjahr jedoch meistens gleich aus. Nach ein paar Tagen, bis zu einer Woche sind die Symptome der Allergie in der Regel wieder verschwunden.
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Kinder können genauso eine Sonnenallergie haben, wie Erwachsene und es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sie keinen Sonnenbrand bekommen, daher ist bei ihnen das Thema Sonnenschutz doppelt wichtig.
Therapie und Prävention: Sonnenallergie behandeln
Prävention: Sonnenallergie vorbeugen
Bezüglich des Vorbeugens einer Sonnenallergie gibt es zwei wesentliche Aspekte:
Sonnenschutz
- schlichtes Meiden von Sonnenlicht
- Auftragen von Sonnencreme – Tipp: es gibt auch spezielle Sonnencreme für Sonnenallergiker
Vorbereiten der Haut (am besten schon ca. 6 Wochen vor der ersten Sonnen-Exposition nach den Wintermonaten), durch
- Vorbereitende UV-Licht Bestrahlung beim Hautarzt: Durch wiederholte Bestrahlung der Haut mit niedrig dosierten medizinischen UV-Strahlen, dem so genannten „Hardening“, kann die Haut auf die Sonne vorbereitet werden – Ja, hier verschreibt tatsächlich der Hautarzt UV-Licht, aber nur in geringen Dosen.
- Medikamente: Von vielen Dermatologen wird die Einnahme von Betacarotin, Calcium, ggf. in Kombination mit Vitamin D zur Vorbereitung der Haut empfohlen.
Behandlung: Sonnenallergie behandeln
Was hilft nun gegen die Sonnenallergie, wenn der Ausschlag akut auftritt? Die Symptome verschwinden in der Regel bei Sonnenkarenz innerhalb von einer Woche. Zur Behandlung des lästigen Juckreizes können versuchsweise Antihistaminika eingesetzt werden. Diese helfen aber leider nicht immer bei Sonnenallergie. Bei einem stärkeren Ausschlag können vom Arzt Medikamente verschrieben werden, die die Entzündung der Haut lindern. Hierzu gehören glukokortikoidhaltige Salben oder Tabletten. Zum Thema Hausmittel bei Sonnenallergie sagen viele Patienten, dass kühlende beruhigende Umschläge, beispielsweise mit Aloe Vera, eine Linderung der Symptome bewirkt. Der wichtigste Tipp ist jedoch die frühzeitige Prävention mittels Sonnenschutzes und die Vorbereitung der Haut vor der Sonnenexposition.
Dr. med. Karoline Jungclaus empfiehlt: Das hilft bei Sonnenallergie wirklich
Die am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf praktizierende Dermatologin Dr. med. Jungclaus erklärt, was ihren Patient:innen wirklich geholfen hat.
1. Ich erkläre meinen Patienten ausführlich, wie man sich vor der Sonnenallergie schützen kann.
2. Langsame Gewöhnung an die Sonne sowie textiler Lichtschutz und Sonnencreme mit UVA- und UVB-Filter sind für jeden Betroffenen recht einfach umzusetzen.
3. Falls das noch nicht ausreicht, kann man beim Hautarzt vor der Sommersaison ein so genanntes UV-Hardening machen.
4. Es gibt auch antioxidative Cremes, die prophlyaktisch gut wirksam sind und die der Hautarzt verordnen kann
5. Kommt es zum Ausbruch der Hautveränderungen, helfen Antihistaminka und entzündungshemmende Cremes mit Kortison

„Die beste Therapie einer Sonnenallergie ist die Prophylaxe!“
-Dr. med. Karoline Jungclaus
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Wichtig: Aus unserer dermatologischen Sicht ist es meistens ratsam die Haut konsequent vor Sonnenlicht zu schützen. Da in unserer Haut jedoch mit Hilfe von Sonnenlicht das essenzielle Vitamin D gebildet wird, ist es empfehlenswert beim Hausarzt den eigenen Vitamin D Spiegel im Blut bestimmen zu lassen. Wenn dieser zu niedrig ist, kann Vitamin D in Form von Tabletten eingenommen werden. Dies sollte aber von einem Arzt verschieben werden, da zu viel Vitamin D wiederum auch nicht gut für den Körper ist.