Ursachen: Wie entstehen Milien?
Je nach Ursache unterscheiden wir primäre und sekundäre Milien:
Primäre Milien bilden sich „spontan“, d.h. ohne erkennbaren Auslöser. Die Ursache dafür ist noch nicht geklärt. Häufiger betroffen sind Neugeborene, Kleinkinder und Frauen. Die Tatsache, dass öfter junge Frauen betroffen sind, lässt vermuten, dass Hormone eine Rolle bei ihrer Entstehung spielen Auch wird eine familiäre Häufung beobachtet, so dass ggf. eine genetische Veranlagung besteht. Ebenso wird diskutiert, ob eine östrogenhaltige Ernährung Milien begünstigt. Einen wissenschaftlichen Nachweis gibt es dafür allerdings nicht.
Sekundäre Milien entstehen durch eine Verhornungsstörung der Haut. Durch Verletzungen der Haut, Verbrennungen, Sonnenbrände oder verschiedene (Haut-)Erkrankungen, die zeitweise zu einem Hautdefekt geführt haben, kommt es zu einer Verlagerung von Zellen, die normalerweise die äußerste Hornschicht der Haut bilden, in tiefere Hautschichten. Wenn sie dort weiter Hornmaterial bilden, äußert sich dies als kleines, helles, derbes Grießkorn unter der Haut. Aber auch die sekundären Milien sind nicht schädlich und müssen aus medizinischer Sicht nicht entfernt werden.
Symptome: Wie äußern sich Milien?
Die umgangssprachliche Bezeichnung Grießkorn oder Hautgrieß ist tatsächlich sehr treffend. Milien sehen aus wie ein Grießkorn unter der Hautoberfläche. Diese kleinen ca. 1-2 mm großen, weiß-hautfarben und derben Knötchen können allein oder in größerer Zahl gruppiert auftreten. Am häufigsten ist das Gesicht betroffen. Speziell um die Augen und auch auf den Augenlidern sind Milien anzutreffen. Sie können jedoch am gesamten Körper vorkommen.
Prävention und Therapie: Milien behandeln
Prävention: Milien vorbeugen
Zur Vorbeugung von Milien helfen sanfte Hautpeelings, Waschlotionen oder Waschschäume – vorzugsweise mit Retinol (Vitamin A) oder Fruchtsäure. Diese tragen die abgestorbenen oberen Hautschüppchen ab. Generell ist eine Balance zwischen Hautpflege und Überpflege wichtig. Wir tendieren manchmal zu einer Übernutzung von Pflege und „Beauty Produkten“, was die Haut reizen und die Poren verstopfen kann.
Behandlung: Milien behandeln
Milien sind, wie schon erwähnt, nicht gefährlich. Man kann sie aber, wenn gewünscht, aus kosmetischen Gründen entfernen lassen. Da dies nicht medizinisch indiziert ist, werden die Kosten für die Entfernung von Milien meist nicht von der Krankenkasse übernommen. Verlockend ist der Versuch die Milien durch Ausdrücken selbst zu entfernen. Dies ist aber nicht zu empfehlen. In der Hautarztpraxis oder im Kosmetikstudio werden die Grießkörner steril angeritzt und der Inhalt vorsichtig ausgedrückt oder sie werden mittels Laserabtragung entfernt. Durch das Anritzen oder Lasern und das sterile Arbeiten wird das Infektionsrisiko und eine Narbenbildung minimiert.
Wer die Milien nicht manuell entfernen lassen möchte, kann auch ein Behandlungsversuch mit lokaler Applikation von Retinol (Vitamin A) und Fruchtsäure unternehmen. Oft umworbene Hausmittel, wie Teebaumöl, Kokosöl und Zahnpasta sind nicht zu empfehlen bei der Behandlung von Milien. (Teebaumöl und Zahnpasta führen eher zu einer Reizung der Haut und Kokosöl begünstigt durch seine fettende Wirkung eher die Entstehung von Grießkörnern.) Milien bei Babys bedürfen in der Regel keiner Behandlung. Sie verschwinden meistens innerhalb einiger Wochen bis Monate von allein.
Dr. med. Karoline Jungclaus empfiehlt: Das hilft bei Milien wirklich
Die am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf praktizierende Dermatologin Dr. med. Jungclaus erklärt, was ihren Patienten wirklich geholfen hat.
- Milien können besonders im Gesicht kosmetisch stören. Glücklicherweise kann man sie recht leicht entfernen.
- Dazu ritzt man die oberste Hautschicht leicht an und die kleine Hornperle kommt heraus.
- Wichtig ist, dass steril mit einem Skalpell und Pinzette auf gut desinfizierter Haut gearbeitet wird.
- Die Behandlung von Milien sollte daher dem Spezialisten, also Ihrem Hautarzt oder einer medizinischen Kosmetikerin überlassen werde
- Dann ist auch das Risiko von Entzündungen oder Narbenbildung nach der Behandlung der Milien minimal.

„Milien behandeln ist sehr zufriedenstellend: Durch eine kurze effektive Behandlung werden unsere Patienten von den häufig sei Monaten störenden Grießkörnchen in Sekundenschnelle befreit.“
-Dr. med. Karoline Jungclaus
Wissen2go
Vorsicht bei der Anwendung von Produkten, wie Retinol, Fruchtsäure um die Augen. Bei Augenkontakt kann es zu Reizungen der Schleimhaut kommen.
Milien: Sonderformen & Begleiterkrankungen
Milien können auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auftreten. Beispielsweise bei der hepatischen Porphyrie handelt es sich um eine Stoffwechselstörung, die die Leber und die Haut u.a. mit Milien betrifft. Bei einigen erblich bedingten Hauterkrankungen, die durch Genmutationen entstanden sind, haben die Patienten auch Milien. Ein Beispiel ist das Gorlin-Goltz-Syndrom, bei welchem Patienten durch eine Genmutation viele Basalzellkarzinome entwickeln.