Ursachen: Wie entsteht ein Feuermal?
Feuermale entstehen aufgrund einer Fehlbildung der Blutgefäße in der Haut. Meistens sind es kleine Venen, die von dieser Störung betroffen sind. Normal ausgebildete Blutgefäße besitzen in ihrer Gefäßwand kleine Nerven, die die Eng- und Weitstellung der Gefäße beeinflussen. In Feuermalen ist diese Regulation gestört, sodass es zu einer dauerhaften Weitstellung der Gefäße kommt. Dadurch ist die Durchblutung des betroffenen Hautareals verstärkt und dies lässt die Haut dann rötlich erscheinen.
Symptome: Wie äußert sich ein Feuermal?
Feuermale treten als unregelmäßig, aber scharf begrenzte, rötliche Flecken auf. Die Größe kann sehr unterschiedlich sein und reicht von wenigen Millimetern im Durchmesser bis zu mehreren Zentimetern. Sehr selten kann sich ein Feuermal auch über mehrere Körperteile erstrecken. Meistens ist die Rötung auf eine Körperseite beschränkt.
Besonders häufig treten Feuermale im Gesicht, im Nacken und in der Kreuzbeinregion auf. Seltener können auch Arme und Beine oder andere Körperregionen betroffen sein.
Bei der Geburt können Feuermale noch blass oder sogar mit bloßem Auge gar nicht sichtbar sein. Im Laufe der ersten Lebensmonate erhöht sich die Durchblutung der Haut und das Feuermal erscheint zunehmend intensiver. Die Farbe kann von hellrot bis dunkelrot oder blaurot reichen. Daher rührt auch der Name Portweinfleck.
Im Jugendalter kann es zu einem erneuten Wachstum der Gefäße kommen, was dann auch zur Ausbildung von Knötchen oder Knoten führt, die sich über das Hautniveau hinaus vorwölben. Eine Vergrößerung des Feuermals kann proportional zum Körperwachstum insgesamt stattfinden. Darüber hinaus zeigen Feuermale meist keine eigene Wachstumstendenz. Manche Feuermale verschwinden nach ein paar Jahre von selbst, aber es gibt auch Feuermale, die bestehen bleiben. Selten kann es im Bereich eines Feuermals auch zu einer Vermehrung von Gewebe kommen (auch Bindegewebshyperplasie genannt). Als Ursache hierfür wird die vermehrte Durchblutung vermutet, die dann wiederum zu einem gesteigerten Wachstum des Gewebes führt.
Die allermeisten Feuermale sind harmlos und werden als „benigne“ (d.h. gutartig) bezeichnet. Einige wenige besondere Stellen können allerdings auf zugrundeliegende Erkrankungen hindeuten, die gesondert von einem Arzt oder einer Ärztin untersucht werden sollten. Diese sind im Kapitel Sonderformen aufgeführt.
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Ein Feuermal kann ein besonderes Kennzeichen eines Menschen sein und zu einem gewissen Wiedererkennungseffekt führen. Ein bekanntes Beispiel ist Michail Gorbatschow, ehemaliger Staatspräsident der Sowjetunion.
Prävention und Therapie: Feuermale behandeln
Prävention: Feuermalen vorbeugen
Feuermale sind angeborene Gefäßfehlbildungen, die aufgrund einer Genveränderung entstehen. Dementsprechend sind aktuell keine vorbeugenden Maßnahmen bekannt.
Behandlung: Feuermale korrigieren
Manche Feuermale verschwinden in den ersten Lebensjahren eines Kindes von alleine. Andere bleiben länger bestehen und können im Verlauf auch Veränderungen wie Knoten ausbilden. Obwohl Feuermale meistens harmlos sind, können sie doch optisch stören und damit einen Leidensdruck bei Betroffenen auslösen. Besonders Feuermale an prominenten Körperstellen wie dem Gesicht, dem Dekolleté oder den Händen können zu unerwünschten Blicken oder Nachfragen der Mitmenschen führen. Oft ist eine kosmetische Überdeckung des Mals, zum Beispiel mit Make-up, aufgrund der tiefroten Farbe schwierig. Aber für Betroffene, die keine tiefgreifendere Therapie wünschen, kann die Abdeckung des Feuermals eine Lösung sein.
Aber es besteht auch der Wunsch nach einer dauerhafteren Behandlung. Die Therapie der Wahl ist in diesem Fall die Laserbehandlung. Durch den Laser können die erweiterten Gefäße in der Haut verödet werden. Dadurch wird die Durchblutung reduziert und die Rötung nimmt nach und nach ab. Es kann bei der Verödung der Gefäße zu kleinen Blutungen oder blauen Flecken kommen, die nach einigen Tagen abklingen. Meistens sind 4-8 Laserbehandlungen nötig, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen. Besonders gut werden die Ergebnisse, wenn man schon im 1. oder 2. Lebensjahr mit der Laserbehandlung beginnt.
Dr. med. Christian Greis empfiehlt: Das hilft bei Feuermalen wirklich
Der am Universitätsspital Zürich praktizierende Dermatologe Dr. Greis erklärt, was seinen Patienten wirklich geholfen hat.
- Feuermale, die im Kindesalter bestehen, können teilweise von alleine verschwinden. Da sie meist harmlos sind, kann man mit einer Therapie zuwarten.
- Mithilfe spezieller Make-Ups können Feuermale überdeckt werden. Daher stellen sie eine wenig invasive Alternative dar.
- Eine Laserbehandlung kann Feuermale erfolgreich behandeln, so dass Sie im kaum noch zu sehen sind. Oft sind mehrere Sitzungen nötig, bis das gewünschte Ergebnis erreicht wird.

„Bei Babies mit prominenten Feuermalen im Gesichtsbereich sollte man früh einen Experten zu Rate ziehen, um mögliche Therapien zu besprechen. Eine Laserbehandlung ist teilweise umso erfolgreicher, je früher man sie beginnt.„
-Dr. med. Christian Greis
Feuermale: Sonderformen und Begleiterkrankungen
Treten Feuermale in der Augenregion oder am Kreuzbein auf, kann das auf eine zugrundeliegende Erkrankung hindeuten, die mit weiteren Fehlbildungen einhergehen kann.
Auch Feuermale, die in Längsrichtung auf Armen oder Beinen verlaufen, können mit anderen Fehlbildungen in Zusammenhang stehen.
Unna-Politzer-Nackennävus (Storchenbiss):
Diese Form des Feuermals ist die häufigste und geht auch mit der besten Prognose einher. In 70-80% der Fälle bilden sich diese Feuermale im Laufe des Kindesalters von alleine zurück. Storchenbisse sind meistens von blass-hellroter Farbe und treten häufig im Nacken, teilweise auch auf der Stirn auf. Aufgrund der Farbgebung werden sie auch Lachsflecken genannt. Manchmal kann ein solches Feuermal nach zwischenzeitlichem Abblassen im Erwachsenenalter wieder auftreten.
Sturge-Weber-Syndrom:
Treten Feuermale einseitig im Bereich eines Auges auf, sollte unbedingt ein Augenarzt und ggf. ein Nervenarzt hinzugezogen zu werden, um ein Sturge-Weber-Syndrom auszuschließen. Bei diesem Syndrom treten schwerwiegendere Gefäßfehlbildungen und Fehlbildungen des Gehirns auf. Diese Fehlbildungen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und unter Umständen zu epileptischen Anfällen oder Glaukomen (Erhöhung des Augeninnendrucks) führen.
Fehlbildung des Rückenmarks:
Ein Feuermal über dem unteren Teil der Wirbelsäule oder dem Kreuzbein kann ein Hinweis auf eine Fehlbildung des unteren Rückenmarks sein.
Klippel-Trénaunay-Syndrom:
Das Klippel-Trénaunay-Syndrom ist ein Komplex aus mehreren Gefäßfehlbildungen und Wachstumsstörungen der Arme und Beine. Dabei kann es entweder zu Riesenwuchs des betroffenen Körperteils kommen, aber es ist auch ein Minderwuchs möglich. Die Feuermale sind in diesem Fall zahlreich und auffallend groß.